02.12.2008, 10:46 Uhr | dpa
Gorillas sind akut vom Aussterben bedroht. (Foto: imago)Gorillas stehen in vielen afrikanischen Ländern hoch im Kurs: Über dem Feuer kurz angegrillt, werden sie auf den Märkten zu guten Preisen gehandelt. Wilderei, Kriege und die Zerstörung ihrer Lebensräume haben die Tiere inzwischen an den Rand des Aussterbens gebracht. Zum Auftakt der UN-Artenschutz-Konferenz über wandernde Tierarten hat Fürst Albert II. von Monaco in Rom offiziell eine weltweite Gorilla-Kampagne eröffnet. Um auf die Gefährdung der Menschenaffen aufmerksam zu machen, wurde 2009 als das Jahr des Gorillas ausgerufen.
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Fürst Albert II. von Monaco betonte, dass die stark bedrohten afrikanischen Menschenaffen allzu oft Opfer von Wilderern, Umweltzerstörung und Kriegen würden. "Dabei soll die Tragödie der Menschen nicht der der Tiere entgegengestellt werden, denn einmal mehr geht hier die Zerstörung der Natur mit der Zerstörung des Menschen im Gleichschritt", sagt er bei der Eröffnung der 9. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS).
"Ziel von Kampagnen wie dem Jahr des Gorillas ist es, den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensverhältnisse der betroffenen Menschen", betont der Direktor des UN-Umweltprogramms UNEP, Achim Steiner. CMS-Leiter Robert Hepworth erläuterte, das Jahr des Gorillas stehe für nachhaltigen Umweltschutz und auch für die Bekämpfung von Armut und Hunger in den betroffenen Regionen.
Eines der Hauptanliegen ist die Umsetzung eines CMS-Gorillaabkommens, das etwa die Ausbildung und Bezahlung von Wildhütern zum Schutz der Menschenaffen vorsieht. Sie sollen die Jagd auf Gorillas als Nahrung (sogenanntes Bushmeat) verhindern. Weitere Maßnahmen sind die Unterstützung der Forschung sowie die Entwicklung alternativer Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung in der Nähe von Gorillapopulationen wie zum Beispiel den Ökotourismus.
Drei der vier Gorilla-Unterarten stehen nach Daten der Weltnaturschutzunion IUCN unmittelbar vor dem Aussterben. Für sie gilt auf der Roten Liste der IUCN die höchste Gefährdungsstufe. Aber auch die vierte, die sich in der zweithöchsten Gefährdungsstufe findet, ist stark bedroht. Zu den größten Gefahren für die Primaten gehörten außer der Jagd zum Verzehr und für die traditionelle Medizin die Zerstörung der Lebensräume durch Abholzung und Bergbau sowie bewaffnete Konflikte und Krankheiten.
Nur noch 700 beziehungsweise 300 Individuen existieren laut UNEP vom Berggorilla und dem Cross-River-Gorilla. Der Bestand des östlichen Flachlandgorillas sei in den vergangenen zehn Jahren von 17 000 auf 5 000 Tiere geschrumpft. Und obwohl es noch mehr als 200 000 Exemplare des westlichen Flachlandgorillas gibt, gilt auch diese Unterart als akut vom Aussterben bedroht. "Das liegt an dem Tempo, mit dem ihr Lebensraum zerstört wird, an dem Jagddruck, der dort herrscht, und nicht zuletzt an Ebola", berichtet Altherr. Das Ebolavirus könne bis zu 90 Prozent einer infizierten Gorillapopulation dahinraffen.
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Quelle: dpa
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