29.04.2008, 14:23 Uhr | bri/dpa
Hunde senken das Allergierisiko bei Kindern. (Foto: Archiv)Wenn Kinder mit Hunden aufwachsen, haben sie ein geringeres Allergie-Risiko. Das ergab jetzt eine Studie an 10.000 Kindern, die rund zehn Jahr lang von Forschern untersucht wurden. Die Kinder aus Familien mit Hund hatten nur halb so oft eine Allergie wie Kinder aus Familien ohne Hund. Die Forscher um Joachim Heinrich vom Helmholtz Forschungs-Zentrum München vermuten, dass der regelmäßige Aufenthalt im Freien und bestimmte Mikroben der Hunde dazu beitragen, Allergien zu verhindern.
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Die Forscher haben über zehn Jahre hinweg die Kinder regelmäßig nach typischen Symptomen wie Heuschnupfen oder Hautausschlägen gefragt und das Blut der Kinder auf spezielle Antikörper untersucht. "Wir haben einen sehr starken Effekt bei Hundehaltung für eine Schutzfunktion gegen Allergien festgestellt", sagt Heinrich. Er vermutet, dass der Umgang mit Hunden im Freien oder andere bislang unbekannte Keime der Tiere zu diesem Schutzeffekt beitragen könnten. Warum die Hundehaltung das Immunsystem des Kindes spezifisch gegen Allergien trainiere, sei jedoch noch offen, so Heinrich.
Bislang glaubte man, dass Bakterien des Hundes das Immunsystem von Kindern trainiert. Es handelt sich dabei um so genannte Endotoxine. Sie können bei Kontakt mit Schleimhäuten zu Fieber führen. "Wir haben aber gefunden, dass die Endotoxine für den Schutz vor einer Allergie bei Hundehaltung keine Rolle spielen", sagt Heinrich.
Aus der Studie ergebe sich kein Grund, Hunde vorsorglich zu halten, solange die Ursachen des Effektes nicht bekannt seien. Zumal erst im März Bremer Wissenschaftler Allergikerfamilien davor gewarnt hatten, Hunde zu halten. In solchen Familien steige für die neugeborenen Kinder das Risiko einer Erkrankung an Asthma, Neurodermitis oder Heuschnupfen um 40 Prozent, sagte Hermann Pohlabeln vom Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin. Das Team hatte Mütter kurz nach der Entbindung und zwei Jahre später befragt.
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