03.09.2008, 15:45 Uhr | dpa
Katzenflöhe befallen Katzen, aber auch Hunde und Menschen. (Foto: imago)Die Beamten des Polizeikommissariats Hannover-Lahe haben es zurzeit mit einem hinterhältigen Gegner zu tun. Zwei Polizisten haben Katzenflöhe eingeschleppt, jetzt musste die Wache für den Einsatz der Kammerjäger sogar geschlossen bleiben.
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Der Chef des Kommissariats, Walter Zwick, wurde selber noch nicht von den Tierchen gezwickt, er leidet aber mit seinen Kollegen. "Ekelige Flohbisse können Sie keinem zumuten", sagt Zwick. Vier Kollegen seien mittlerweile gebissen worden. Am schlimmsten traf es die beiden Beamten, die das unappetitliche Problem von einem Einsatz mitbrachten.
Damals sollte in einer Wohnung eine hilflose Person liegen. Als die Beamten die Tür gewaltsam öffneten, fanden sie niemanden. Stattdessen wurden sie innerhalb von Minuten von ausgehungerten Flöhen befallen. «Das waren dramatische Momente», erzählt Zwick. Die Kollegen hätten sich sofort bis auf die Unterwäsche ausgezogen, ihre Uniformen wurde von einem Kammerjäger behandelt. Hunderte tote Flöhe klebten daran, einige überlebten.
Zwick bekam schon Handy-Anrufe, bei denen sich am anderen Ende der Leitung niemand meldete und stattdessen der Flohwalzer abgespielt wurde. Er versucht es wie seine Kollegen mit Humor zu nehmen. "Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen", sagt der Polizeioberrat, der in 37 Jahren Dienstzeit noch keine vergleichbare Attacke erlebt hat.
Mit dem Kammerjäger-Besuch am Mittwoch ist der Fall keineswegs abgeschlossen. Die Wache gilt erst als ungezieferfrei, wenn sich in den 130 bis 140 Flohfallen auf allen Etagen keine Parasiten mehr finden. Die Behandlung der Uniformen in den Spinden stehe noch aus, berichtet Zwick: "Vor allem müssen wir prüfen, ob die Schutzwesten nach der chemischen Behandlung ihre Sicherheitsfunktion behalten."
Der Katzenfloh sei weit verbreitet, erklärt Schädlingsbekämpfer Gerd Liebegott, der mit dem Fall betraut ist. Flöhe seien nicht nur ein Problem in verwahrlosten Wohnungen. "Es gab auch Fälle in Kindergärten oder Internaten. Manchmal passiert es schon, wenn Kinder einen Igel aus dem Garten hereintragen", berichtet der Schädlingsexperte.
Schätzungen gehen davon aus, dass rund ein Fünftel aller Katzen und Hunde mit diesem Parasit befallen sind. Das Tier ernährt sich vom Blut, dass er bei seinem Wirt saugt. Bei den Tieren hilft das Mittel Fipronil gegen Flohbefall.
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dpa
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