30.10.2008, 11:31 Uhr | kaki
Internetbetrüger bieten Chihuahuas zum Spottpreis an. (Foto: www.schanz-fotodesign.de)Das Internetangebot von einem Hundezüchter aus Kamerun klingt verlockend: Ein zwölf Wochen alter Chihuahua-Welpe - gut ausgebildet und stubenrein, soll nur 200 Euro kosten. Der Haken an der Sache: Der Hund existiert gar nicht. In letzter Zeit tauchen immer wieder E-Mails und Foren-Beiträge im Internet auf, in denen Hunde meist von Züchtern aus afrikanischen Staaten angeboten werden. Die Betrüger gehen dabei immer nach demselben Prinzip vor: Die vermeintlichen Rassehunde werden zu einem Spottpreis angeboten und die Tierfreunde sollen oft nur die Reisekosten übernehmen.
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Doch es bleibt nicht bei dem Geld für die Reise. Häufig werden immer weitere Kosten eingefordert - beispielsweise für Tierarztbesuche, Versicherungen oder Medikamente. Ganz schnell steigen so die Kosten auf mehrere tausend Euro, ohne dass die künftigen Herrchen und Frauchen mehr als ein Foto des Hundes gesehen haben. Doch selbst das Foto ist nicht echt, meist stammt es aus dem Internet.
Den Hund sehen die Tierliebhaber freilich nie - trotz der hohen Summen. Die Betrüger nutzen die Ahnungslosigkeit der Leute schamlos aus. Sie behaupten, dass es Probleme mit dem Hund am Zoll gegeben hat und probieren so erneut an Geld zu kommen. Spätestens jetzt muss jedem klar sein, dass er Opfer von Betrügern geworden ist. Das Geld ist allerdings weg und die Betrüger unauffindbar.
Damit der Hundekauf im Internet zu keinem Reinfall wird, sollten Tierfreunde ein paar Dinge beachten. "Man kann seriöse Hundehändler daran erkennen, dass eine feste Adresse im Angebot angegeben ist. Außerdem muss der Interessierte die Möglichkeit haben, das Tier vor dem Kauf persönlich kennenzulernen und den Hundevater oder Mutter zu sehen. Auch sollte es möglich sein, das Umfeld des Hundes zu checken", sagt Martina Schnell, Heimtier-Referentin von Vier Pfoten zu t-online.de. Wenn dies alles nicht möglich sei, könne man davon ausgehen, dass der Händler dubios sei.
Hellhörig sollten Interessierte auch werden, wenn der Händler anbietet das Tier selbst vorbeizubringen. Oder versichert, er habe alle Rassen in jedem Alter verfügbar. "Dahinter steckt eine Massenhaltung, in der die Tiere unter katastrophalen Bedingungen aufgewachsen sind", so Schnell. Viele Hundehändler aus Osteuropa bieten solche Hunde an. Diese Tiere sind dann weder geimpft noch entwurmt.
Auch in Deutschland seien Tierfreunde in letzter Zeit vermehrt Opfer der Internetbetrügern geworden. „Die internationale Kriminalität nutzt Menschen, die ein Herz für Tiere haben, skrupellos aus“, so Schnell. Die Organisation rät Tierfreunden, sich einen Hund aus dem Tierheim zu besorgen. Denn hier würde man auch Rassehunde finden, die auf neue Halter warten. Zudem kann man die Tiere kennen lernen, bevor man die Verantwortung für ein Hundeleben übernimmt.
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