02.02.2011, 08:29 Uhr | afp
Hund erschnüffelt Prostatakrebs (Foto: imago)
Hunde sind nicht nur kuschelige Haustiere: Wegen ihrer sensiblen Nasen werden die Vierbeiner bereits zum Suchen von Sprengstoff oder Rauschgift eingesetzt werden. Mittlerweile suchen ihre Spürnasen aber auch nach Krankheiten. In Frankreich haben Spezialisten einen Schäferhund ausgebildet, der bei der Früherkennung von Prostatakrebs helfen soll. Dazu entwickeln Ärzte derzeit einen Urin-Test, mit dem Hunde dank ihres extremen Geruchsinns schon sehr frühzeitig besonders aggressiver Formen des Prostatakrebs aufspüren können.
Ein erster Schäferhund sei dazu bereits vom Gesundheitsdienst der französischen Armee ausgebildet worden, berichtet Olivier Cussenot, Urologe und Krebsspezialist am Pariser Tenon-Krankenhaus. Ein zweiter Hund werde derzeit trainiert. Dieses Experiment sei in Europa bisher einmalig, heißt es in einem Artikel der Fachzeitschrift "European Urology". Die ersten Ergebnisse seien vielversprechend: Die Hundenase habe sich in 91 Prozent der Tests als zuverlässig erwiesen. "Dieses Ergebnis hat uns überrascht - kein anderer Test erreicht eine so hohe Trefferquote", betont Cussenot.
Bei dem Experiment in Frankreich nutzen die Spezialisten bestimmte Moleküle des Prostatakrebses, etwa das besonders aggressive Sarkosin. Dabei handelt es sich um eine Aminosäure, die bei metastasierendem Prostatakrebs im Urin nachzuweisen ist. Die Hunde könnten diese Moleküle erschnüffeln und somit die Ärzte auf die Spur bringen, erläutert Cussenot.
Rettungsschwimmer in Italien setzen bei der Hilfe für Ertrinkende seit Jahren auf den Einsatz von Hunden, 300 Tiere sind landesweit im Einsatz. zum Video
Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern über 50 Jahren. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gibt es in Deutschland pro Jahr rund 60.000 Neuerkrankungen. Die systematischen Bluttests, die Männern ab 50 empfohlen werden, seien wegen der Unzuverlässigkeit umstritten, sagt Cussenot. Bei 80 Prozent der positiv ausfallenden Tests liege keine Krebserkrankung vor, sondern nur eine Entzündung oder Schwellung der Prostata. Andererseits seien etwa zehn Prozent der Tests fälschlicherweise negativ - sie zeigten eine tatsächliche Krebserkrankung nicht an.
Eine sichere Diagnose sei nur mit einer Gewebeentnahme zu erhalten. Dabei würden aber auch winzige Herde von Krebszellen entdeckt, wie sie jeder zweite Mann ein Mal in seinem Leben habe. Das Risiko der Betroffenen, an Prostatakrebs zu sterben, sei aber mit einem Prozent sehr gering. Die Spezialisten haben somit großes Interesse an Methoden, die gezielt aggressive Formen von Prostatakrebs aufdecken und gleichzeitig unnötige Untersuchungen vermeiden. Und dabei könnte ihnen, so hoffen sie zumindest, die feine Hundenase einen guten Dienst erweisen.
Dass sich Krebsspezialisten für den Einsatz von Hundenasen interessieren, ist nicht neu. Bereits 1989 berichtete die renommierte Fachzeitschrift "The Lancet" von Hunden, die dank des Geruchs von Molekülen im Atem Lungenkrebs aufspürten oder auch bösartige Veränderungen an der Haut erschnüffelten. Japanische Forscher der Kyushu-Universität in Fukuoka berichteten aktuell von einer Hündin, die erfolgreich Darmkrebs diagnostizierte. Den Angaben der Wissenschaftler zufolge machte die Labradorhündin Schnüffeltests von Atem- und Stuhlproben. Das Tier, das für diese Aufgabe seit 2005 trainiert wurde, erreichte beim Atemtest eine Trefferquote von 95 Prozent, bei den Stuhlproben war sie sogar in 98 Prozent der Fälle erfolgreich.
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afp
Sylvie schrieb:
am 6. Februar 2011 um 16:48:58
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@Peter
Natürlich geht das Leben weiter, aber muss man deshalb so geschmacklose Bemerkungen machen? Ein bisschen mehr Sensibilität und
Respekt vor den Gefühlen anderer wäre wünschenswert.
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Peter § schrieb:
am 6. Februar 2011 um 16:30:04
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Silvie
Silvie meine Großmutter verstarb an Darmkrebs,Großvater & sein Bruder plus mein Vater an Lungenkrebs. Meine Mutter überlebte 1975
Gebährmutterhalskrebs mit ach und krach.Mein Schwiegervater starb an Speise-Luftröhrenkrebs.Meine erste Freundin starb mit 22 (Tauchunfall) Nur das Leben geht weiter verstehst Du ? Ich gebe deswegen das Rauchen auch nicht auf obwohl Großvater,Großonkel und Vater an Lungenkrebs verstorben sind. Man muß sich wieder selbst finden oder Zerbricht auch mit einem Joke.
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Sylvie schrieb:
am 6. Februar 2011 um 16:03:32
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@Peter
Mit Sicherheit hast du keinen blassen Schimmer, was es bedeutet, an Krebs zu erkranken oder einen geliebten Menschen durch Krebs zu
verlieren, aber ich schon und deshalb sage ich, so ein Kommentar ist geschmacklos. Krebs kann jeden treffen, vielleicht bist du ja der Nächste oder jemand, den du liebst - findest du's dann immer noch so witzig?
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