09.11.2010, 12:50 Uhr
Was tun, wenn der Hund aggressiv ist? (Foto: imago)
Nicht jeder Hund, der die Zähne zeigt, ist ein unberechenbarer Killer. Angst und Unsicherheit sind oft Auslöser für aggressives Verhalten, denn Hunde kennen werden "gut", noch "böse". Wenn sie sich aggressiv zeigen, dann meist nicht, um Ärger zu stiften, sondern oft nur als Reaktion auf ein vorangegangenes Ereignis. Nicht selten verbergen sich hinter vermeintlich streitsüchtigen Vierbeinern besonders unsichere Kandidaten. Lernen Sie deshalb, Ihren Hund zu lesen und richtig zu reagieren.
Herauszufinden, welche Ursachen hinter einer Aggression stecken, ist Aufgabe eines professionellen Hundetrainers. Er hat einen geschulten Blick und weiß selbst kleinste Details zu deuten. Es gibt jedoch auch Wege, wie Sie selbst herausfinden können, was hinter den gefletschten Zähnen des Vierbeiners steckt. Achten Sie auf seine Körpersprache: Angelegte Ohren, eine glatte Stirn oder eine geduckte Körperhaltung sprechen für einen aggressiven Hund. Er fühlt sich bedroht und ist im Zweifelsfall zur Verteidigung bereit, sucht aber nicht die aktive Konfrontation. Der offensiv drohende Hund erscheint dagegen insgesamt präsenter. Der Körper ist nach vorne gebeugt, die Gelenke durchgedrückt, die Mundwinkel kurz und rund nach hinten gezogen, der Blick ist fixierend. Dieses Verhalten resultiert oft aus einer Konkurrenzsituation, Frustration oder zur Ressourcenverteidigung.
Ob nun offensiv oder defensiv drohend – potentiell gefährlich sind Vierbeiner in beiden Situationen. Um das ganze zu entschärfen, verhalten Sie sich am besten ruhig und bedacht. Hecktisches Bewegen und laute Schreie stacheln die Vierbeiner in der Regel weiter an. Achten Sie auch darauf, dass Sie dem drohenden Hund nicht direkt in die Augen starren, denn das provoziert ihn. Besser: Wenden Sie Blick und Oberkörper leicht von ihm ab und gehen Sie langsam rückwärts. Merken Sie jedoch, dass der Hund sein Verhalten bei der kleinsten Bewegung intensiviert, bleiben Sie still stehen und ignorieren ihn. Hunde deuten dieses Verhalten als Beschwichtigungsgeste.
In den seltensten Fällen sind Tiere derart aggressiv, dass sich ihr Verhalten auch durch ein konsequentes Training nicht umlenken lässt. Wie diese Trainingsschritte im Einzelnen aussehen, ist individuell verschieden und hängt stark von der Ursache der Aggression ab. Grundsätzlich bringt es jedoch nichts, den Hund für Drohgebärde zu bestrafen. Zum einen kann es sein, dass er die Strafe als Bedrohung auffasst und die Aggression folglich gegen Sie richtet. Zum andern verunsichert man gerade aus Angst drohende Tiere mit einer Strafe nur noch mehr. Die Strafe führt zwar eventuell zu einer kurzen Besserung, die Angst als Ursache bleibt jedoch bestehen. Das Tier wird daher bei einer ähnlichen Situation erneut aggressiv reagieren.
Ein gutes Training baut darauf auf, dass der Hund lernt, in für ihn bedrohlichen Situationen ein Alternativverhalten zu zeigen. Beispielsweise kann er lernen, sich auf das Herrchen zu konzentrieren, wenn ihm etwas Bedrohliches entgegen kommt. Um solche Trainingserfolge zu erreichen ist natürlich gegenseitiges Vertrauen und ein gut durchdachtes Trainingskonzept von Nöten. Ist Beides vorhanden, haben Hund und Herrchen gute Chancen auf ein friedliches Zusammenleben.
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