04.08.2010, 16:04 Uhr | kaki
Rohes Fleisch oder Trockenfutter? Daran scheiden sich die Geister. (Foto: imago)Bei deutschen Hundebesitzern wird die biologisch artgerechte Rohkostverfütterung, genannt BARF, kontrovers diskutiert. Sollen sie ihre vierbeinigen Lieblinge mit rohem Fleisch füttern? Die Rohfütterung, die sich an der Ernährung der Wölfe orientiert, birgt auch Risiken - für Hunde und Menschen.
Immer mehr Hundebesitzer füttern ihre Hunde mit rohem Fleisch, rohem Gemüse und Knochen. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Viele Hunde vertragen manche Nahrungsmittel oder Fertigfuttermischungen nicht oder reagieren allergisch darauf. Die Besitzer suchen daher nach Alternativen und landen früher oder später bei Barf. Ein Vorteil ist, dass die Besitzer genau wissen, was im Fressen von Bello drin ist, da sie es ja selbst zusammenstellen. Doch diese Art der Ernährung ist nicht nur sehr zeitaufwendig, sondern auch mit einigen gesundheitlichen Risiken verbunden. Hundebesitzer sollten sich daher vor der Fütterung darüber im Klaren sein.
So kann rohes Fleisch Salmonellen, Parasiten oder Bandwurmarten enthalten, die dem Hund schaden. Durchfall oder Erbrechen können die Folge sein. Auch für den Menschen gibt es Risiken, denn sie können an Salmonellen erkranken: "Es herrscht ein erhöhtes Infektionsrisiko für den Mensch, wenn er beispielsweise das Fressen im gleichen Kühlschrank und nicht getrennt vom restlichen Essen aufbewahrt. Oder wenn die Utensilien, die für das Zubereiten des Fressens benötigt werden, nicht heiß abgespült werden", sagt die Tierärztin für Tierernährung und Diätetik an der Ludwigs-Maximilians-Universität in München, Dr. Britta Dobenecker. Um möglichen Krankheiten vorzubeugen, sollen Besitzer gründlich auf Hygiene achten.
Auch kann es für den Hund schädlich werden, wenn er falsch gefüttert wird. Die Hundebesitzer sollen nicht nur ausschließlich Fleisch anbieten, da ansonsten Mineralstoffe wie Kalzium, Natrium oder Vitamine nicht genügend vorhanden sind. "Man sollte darauf achten, dass die Ernährung bedarfsdeckend und ausgewogen ist. Sie sollte nicht zuwenig, aber auch nicht zuviel an Nährstoffen beinhalten", so Dobenecker. Denn sonst können Welpen beispielsweise an Skelettstörungen leiden.
Eine kenntnisreiche Berechnung einer ausgewogenen Ration, sei daher sehr wichtig. Wer sich damit nicht auskenne, solle mit seinem Tierarzt oder mit den tierärztlichen Ernährungsinstituten der Universitäten darüber sprechen. "Ob Barfen für den Hund gesund ist, hängt auch davon ab, wie gut sich Hundebesitzer damit auskennen. Es gibt immer noch zu viele, die Fehler machen. Deshalb sollte man sich ausreichend informieren und an das Barfen mit Sinn und Verstand herangehen", meint Dobenecker.
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