07.11.2008, 15:10 Uhr | Susanne Reininger
So schön kann Gassi gehen für Hund und Herrchen in der Stadt sein. (Foto: dpa)Dass man sich nur einen Hund halten sollte, wenn man über einen eigenen Garten und eine große Behausung verfügt, ist Unsinn. Auch als Städter kann man einen Hund so halten, dass er sich wohl fühlt. Allerdings sollte man einige wichtige Voraussetzungen kennen und prüfen. Und das möglichst, bevor man den Hund zu sich holt. Wir geben Tipps, worauf Sie als Hundehalter achten sollten, damit Ihr Hund sicher in der Stadt leben kann und auch für andere nicht zum Sicherheitsrisiko wird.
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Hat man sich für einen Welpen entschieden, ist es wichtig, dass er in den ersten 12 Lebenswochen mit Umweltgeräuschen wie beispielsweise Verkehrslärm, und mit Haushaltsgeräuschen vertraut gemacht wird. Denn „so kommen junge Hunde besser mit Reizen in ihrem künftigen Revier klar“, weiß Dr. Stefan Gronostay, Tierarzt mit der Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie.
Zudem sollten Hundebabys von Geburt an möglichst viel Kontakt zu Menschen unterschiedlichen Alters haben. Es ist also wichtig, sich die Umgebung genau anzusehen, in der die Zuchthunde aufgezogen werden. Wachsen die Welpen in den ersten Monaten in einer völlig ruhigen und reizarmen Umgebung irgendwo auf dem Land auf, „ist später der Stresslevel in der Stadtumgebung umso höher“, warnt der Hundeexperte aus Offenbach am Main und ergänzt: „Ein Stadthund muss in der Lage sein, mit den unterschiedlichsten Reizen klar zu kommen. Hat er das in der Sozialisationsphase nicht gelernt, werden unbekannte Reize zu Angstauslösern.“
Defizite wie mangelnde Vorbereitung auf die neue Lebensumgebung lassen sich später nie ganz ausgleichen. „Das trifft insbesondere auf Hunde zu, die aus dem Süden kommen“, betont Dr. Gronostay. Ob übers Tierheim vermittelt oder als Straßenhund aus dem Griechenland-Urlaub „gerettet“ – Tiere, die unter völlig anderen Umweltbedingungen aufgewachsen sind, leiden in unserer Umgebung unter chronischem Stress. Sie zeigen massiv ängstliches Verhalten, was von Frauchen oder Herrchen als „Zickigkeit“ oder „Unerzogenheit“ missverstanden wird. In diesem Fall müssen Hundehalter viel Zeit und Geduld investieren, um den Vierbeiner schrittweise und behutsam an das „exotische“ Stadtleben zu gewöhnen. Am besten gelingt das mithilfe eines gut geschulten Hundetrainers oder eines Hundepsychologen.
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