06.10.2008, 14:01 Uhr | kaki
Tipps für die Kaninchen-Haltung im Winter. (Foto: imago)
Wohl jeder Kaninchenbesitzer freut sich, wenn die Tiere im Freigehege rumhoppeln und Haken schlagen. Doch wenn Kaninchen auch im Herbst und Winter draußen sein und überwintern sollen, muss einiges beachtet werden. Wir geben Ihnen Tipps, damit der Mümmelmann die kalte Jahreszeit unbeschadet übersteht.
Am besten sei es, wenn nur gesunde und erwachsene Kaninchen im Winter draußen blieben, sagt Martina Schell, Referentin für Heimtiere bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten in Hamburg. "Es ist für Jungtiere oder trächtige Weibchen zu anstrengend, draußen zu überwintern", so Schell. Daher sei es wichtig, dass Kaninchen seit dem Frühjahr an die Freilandhaltung gewöhnt seien. "Nur dann können sie sich auf Temperaturwechsel einstellen und ihr Fell entsprechend anpassen". Kaninchen sollten nicht im Wechsel draußen und drinnen gehalten werden, denn: „Dadurch wird die körpereigene Temperaturregulation durcheinander gebracht, was schwere Erkältungskrankheiten zur Folge haben kann", sagt Schell.
Kaninchen sind empfindlich gegen Zugluft und Nässe, daher brauchen sie einen wetterfesten, von allen Seiten isolierten und mit doppeltem Boden ausgestatteten Stall. Er darf keinen direkten Bodenkontakt haben, denn sonst ist keine gute Luftzirkulation gewährleistet. Nasse Einstreu muss täglich entfernt werden. Für Wärme sorgt trockene Einstreu, insbesondere viel Heu und Stroh.
Handelsübliche Ställe sind zur Überwinterung im Freien ungeeignet. Denn Zugluft und Feuchtigkeit können eindringen und die Tiere haben wenig Bewegungsraum. Deshalb erfrieren viele Tiere in diesen Ställen. Daher ist der ständige Zugang zum mindestens sechs Quadratmeter großen Freigehege besonders wichtig, so können sich die Kaninchen ausreichend Bewegung verschaffen und warm halten. Der Bodengrund sollte stets matschfrei sein - hierfür eignet sich Rindenmulch.
Bei der Überwinterung im Freien ist die Ernährung der Tiere besonders wichtig, denn Kaninchen haben einen erhöhten Energiebedarf. Frischfutter darf nur in kleinen Portionen gegeben werden, da angefrorenes Futter zu schweren Magen- und Darm-Erkrankungen führen kann. Die Tierbesitzer müssen außerdem darauf achten, dass das Trinkwasser nicht gefriert. Damit Kaninchen gut über den Winter kommen, brauchen sie viel hochwertiges Heu. Es sollte staubfrei, trocken und frisch sein.
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