11.08.2010, 13:20 Uhr | sum
Viele Katzen werden kastriert. (Foto: imago)
Nicht nur die sprichwörtlichen Kaninchen, sondern auch Katzen sind äußerst fruchtbare Tiere. Ein Katzenweibchen kann bereits im Alter von fünf Monaten Babys zur Welt bringen, und zwar bis zu drei Mal im Jahr. Viele der Katzenbabys landen im Tierheim oder werden einfach ausgesetzt, da die Besitzer mit dem Nachwuchs überfordert sind. Daher raten Experten: Freilaufende Katzen und Kater sollten unfruchtbar gemacht werden. "Es ist sinnvoll, Katzen und Kater kastrieren zu lassen", sagt Dorothea Döring, Fachtierärztin für Verhaltenskunde an der Universität München. Nicht kastrierte Tiere zu halten, sei schwierig. Geschlechtsreife Kater fangen meist an, in der Wohnung ihr Revier zu markieren, was übel riecht. Katzen werden in immer kürzeren Abständen rollig. Wann Sie Ihre Katzen kastrieren lassen sollten und wie sich die Operation auf das Verhalten der Tiere auswirkt.
Vorteile von Kastration
In Deutschland landen rund 100.000 Katzen jährlich im Tierheim. Wer sein Tier kastrieren lässt, trägt dazu bei, den Katzenjammer zu lindern. Da Katzen bereits nach fünf Monaten geschlechtsreif werden, sollte die Kastration früh - also im Alter von fünf bis sieben Monaten - durchgeführt werden. In anderen Ländern ist es sogar gang und gäbe, die Tiere bereits im dritten oder vierten Monat unfruchtbar zu machen. Die Kastration einer Kätzin - laut Duden die Bezeichnung für die weibliche Katze - kostet zwischen 60 und 120 Euro, die eines Katers zwischen 40 und 80 Euro. Auch die Katzen selbst haben Vorteile von dem Eingriff: Ihre Lebenserwartung steigt nach Angaben des Bundesverbandes Tierschutz e.V. um bis zu drei Jahre.
Unfallgefahr sinkt
Zudem werden die Katzen häuslicher. Katzen und Kater streunen weniger herum, wenn sie kastriert sind. Die Gefahr, dass sie unter die Räder kommen, sinkt dadurch. Auch andere Risiken nehmen ab: "Kater ziehen sich bei Kämpfen mit der Konkurrenz meist Verletzungen zu, die sich leicht entzünden. Typisch sind eitrige Abszesse", beschreibt die Tierärztin. "Sind sie kastriert, nehmen diese Kämpfe ab". Auch hormonabhängige Erkrankungen treten seltener auf. Allerdings entwickeln die Tiere nach dem Eingriff häufig einen größeren Appetit. Die Expertin rät deshalb, auf die Ernährung der Tiere zu achten, damit sie nicht übergewichtig werden. Hilfreich ist hier regelmäßiges Wiegen, um zu überprüfen, dass die Katze nicht zunimmt.
Keine bewusste Libido
Gegner der Kastration verweisen darauf, dass Katzen ebenso wie andere Tiere ein Recht auf ihr Sexualverhalten haben. Katzen sind jedoch triebgesteuert und verfügen wohl nicht über eine bewusste Libido. Auch wer seine Haustiere nur in den eigenen vier Wänden hält, sollte sie kastrieren lassen. "Wenn eine Katze weder kastriert ist noch zum Decken gelassen wird, kann es zu Problemen mit dem unerfüllten Sexualverhalten kommen", erklärt Döring.
Sterilisieren oder kastrieren?
Eine Sterilisation ist bei beiden Geschlechtern zwar möglich, allerdings bleiben dadurch die Hormonproduktion und damit der Geschlechtstrieb erhalten. Während bei einer Sterilisation nur die Ei- beziehungsweise Samenleiter durchtrennt werden, entfernt der Tierarzt beim Kastrieren die Eierstöcke oder Hoden komplett und beugt so hormonellen Krankheiten vor. "Bei unkastrierten Katzen kann es zu einer Dauerrolligkeit kommen, die für die Tiere belastend ist", sagt Döring. Diese entsteht zum Beispiel durch Zysten an den Eierstöcken. Wenn unkastrierte Kater die Wohnung markieren, hinterlassen sie einen unangenehmen Geruch. Beide Probleme würden nach einer Sterilisation weiterbestehen. Daher werden Haustiere in der Regel kastriert und nicht sterilisiert.
Katzen sind häufiger läufig als Hündinnen
Ähnliche Phänomene treten auch bei Hunden auf. Kastrierte Rüden markieren weniger, neigen weniger zum Streunen und reiten weniger auf. Außerdem kommt es seltener zu Raufereien mit anderen Rüden, unter anderem weil kastrierte Tiere weniger provokant riechen. Da Hündinnen nur etwa jedes halbe Jahr läufig werden, ist eine Kastration bei ihnen allerdings nicht so notwendig wie bei Katzen. "Läufige Hündinnen können vom Besitzer in dieser fruchtbaren Zeit kontrolliert und zum Beispiel an der Leine geführt werden", rät die Expertin.
sum
@todel schrieb:
am 19. Dezember 2011 um 02:57:14
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Bernd´s Frage
meine Erfahrung zeigt, daß Hauskatzen nach Sterilisation ruhiger werden. Sie verändern ihre Art jedoch nur ganz gering. Sie
essen normal weiter. Sie spielen auch weiterhin gerne. Wichtig ist, daß sie ihre Artgenossen in Ruhe lassen. Der Juckeltrieb ist nicht mehr da. Somit kehrt Ruhe ein. Nachteile hab ich noch nie festgestellt. Es ist ratsam, tatsächlich, in jedem Fall, das Tier zu sterilisieren,oder kastrieren. Besonders für die Tiere ist es sehr gut. Es werden keine Triebe mehr unterdrückt.
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bernd schrieb:
am 19. Dezember 2010 um 09:19:27
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sterilisation
frage: sind hauskatzen nach sterilisation anders als freilaufende im verhalten?
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