14.07.2009, 08:24 Uhr | dpa/ap
Katzen setzen ihr Miau gezielt für Futterwünsche ein. (Foto: dpa)Katzen sind ein Kapitel für sich: Charmant und zärtlich, ebenso wie eigenwillig und nur schwer für etwas zu gewinnen, was ihnen widerstrebt. Umgekehrt setzen sie ihren Willen aber fast immer durch. Etwa am frühen Morgen, wenn ihnen der Magen knurrt. Wie schaffen sie das bloß? Katzen sind Meister der Manipulation, wie britische und amerikanische Forscher herausgefunden haben. In einer Studie gingen sie dem speziellen Geschick der Katzen nach und fanden die Erklärung in einem Klagelaut, der Frauchen oder Herrchen bis ins Mark treffen kann.
Hungrige Katzen bedienen sich den Forschern zufolge einer ausgefeilten Taktik, um Menschen auf ihren Futterwunsch aufmerksam zu machen. Dazu streuen die raffinierten Haustiere in ein lautes Schnurren gezielt Klagelaute ein: Dieser besonderen Kombination können Menschen nur schwer widerstehen, wie die britische Studie zeigt. Auf die Idee zu der Untersuchung wurde Karen McComb von der Universität Sussex in Brighton von ihrer eigenen Katze gebracht. Das hungrige Tier trieb die Wissenschaftlerin jeden Morgen mit einem besonders hartnäckigen Schnurren aus dem Bett.
Demnach betten Katzen einen hohen, herzerweichenden Miau-Laut geschickt in ihr übliches Schnurren ein. Das Team um Karen McComb nahm das Schnurren bettelnder Kätzchen auf Band auf und spielte es anschließend vor zweibeinigen Teilnehmern ihrer Studie ab. Diese gaben zu Protokoll, dass sie den Ruf als dringenden Hilfeschrei empfanden, der sie zum Handeln bewegte.
Selbst Nicht-Katzenbesitzern fiel auf, dass die futterbezogenen Töne besonders drängend und weniger wohlig klangen als gewöhnliches Schnurren. "Der entscheidende Faktor, der die Einschätzung von Dringlichkeit und Behaglichkeit der Schnurrlaute bestimmte, war ein ungewöhnliches hochfrequentes Element ähnlich einem Miau, das in das natürliche tiefe Schnurren eingebettet war", erläutert McComb.
Schnitten die Forscher die hohen Frequenzen heraus, bewerteten die Hörer die Laute als weniger drängend. "Das Einbetten eines Rufs in einen Laut, den wir gewöhnlich mit Zufriedenheit verbinden, ist ein subtiles Mittel, eine Reaktion hervorzurufen", sagt McComb. Die Expertin vermutet im Fachblatt "Current Biology", dass Katzen irgendwann bemerken, dass die eingestreuten Klagelaute ihre Erfolgschance auf Futter deutlich steigern.
Offenbar treffe diese Mischung beim Menschen einen besonderen Nerv, der möglicherweise mit der Pflege des Nachwuchses zusammenhänge. In der Analyse des Katzengejammers hielten die Wissenschaftler fest, dass ein hochfrequentes Miau mit 300 bis 600 Hertz etwa die gleiche Tonlage hat wie der Schrei eines hungrigen Babys. Ein schlichtes lautes Miauen sei dagegen meist kontraproduktiv, so McComb: Dies veranlasse die genervten Besitzer eher dazu, ihre Tiere außer Hörweite zu verbannen.
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dpa/ap
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