11.09.2008, 08:56 Uhr | Susanne Reininger
Katzen schätzen den Kontakt zum Menschen sehr – aber nur, wann sie es will. (Foto: imago)Kater Henry springt auf Frauchens Schoß, während diese gerade telefoniert. „Aha, wieder Kuschelzeit!“, denkt sie und krault Henry durch das dichte Fell. Ihr verschmuster Kater genießt schnurrend die Liebkosungen. Doch plötzlich schlägt er fauchend mit der Pfote nach Frauchen. Die erschrickt und ist fassungslos über den scheinbar grundlosen Wutausbruch ihres sonst so sanftmütigen Katers. Wie können solche Missverständnisse zwischen Mensch und Mieze aus dem Weg geräumt werden? Wir geben Tipps, wie Sie die Gestik und Mimik Ihrer Katze besser deuten können.
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Für den Verhaltensforscher und Katzenexperten Professor Dennis Turner sind Szenen wie diese ein typisches Beispiel dafür, wie schnell es im Alltag zwischen Mensch und Katze zu Missverständnissen kommen kann. „Die Sprache einer Katze ist vielfältig, dazu gehören neben Miauen, Fauchen oder Schnurren auch Mimik und Gestik“, erläutert der Leiter des Schweizer Instituts für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung (IEMT). „Wenn man seine Katze nicht im Blick hat, weil man sich eigentlich einer anderen Sache widmet, sieht man auch nicht, wenn diese signalisiert, dass sie längst genug hat von Frauchens Liebkosungen.“ Werden solche Warnsignale übersehen, wehrt sich die Katze und zeigt damit aus „tierischer Sicht“ ein völlig normales Verhalten.
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Um die Sprache einer Katze zu verstehen, muss der Mensch aufmerksam sein und auf die gesamte Körpersprache achten: Wie ist beispielsweise die Ohren- und Schwanzstellung, der Gesichtsausdruck „Da hat beispielsweise auch die Veränderung der Pupille eine Bedeutung“, so der Katzenexperte. Vergrößerte Pupillen signalisierten nämlich, dass sich die Katze fürchtet, obwohl sie sich auf den ersten Blick aggressiv gibt und eine bedrohliche Grimasse zeigt. Denn eine Angstreaktion weitet die Pupillen – ein Reflex, den das Tier nicht bewusst steuern kann.
Viele Missverständnisse und Konflikte zwischen Mensch und Katze entstünden auch dadurch, dass Frauchen oder Herrchen ständig Kontakt zu ihrem Tier suchten. „Man hat aber eine viel häufigere und intensivere Beziehung zu einer Katze, wenn man einfach abwartet, bis sie von selbst auf einen zukommt“, empfiehlt Turner. Denn eine Katze sucht und schätzt den Kontakt zum Menschen sehr – aber nur, wann und wie lange sie es will.
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