23.12.2008, 15:11 Uhr | AP
Pferde: Mustang in freier Wildbahn. (Foto: imago)
Mustangs sind wunderschöne Wildpferde, die allerdings ein Problem haben: Sie vermehren sich zu stark. Um die Überpopulation der Pferde in den Griff zu bekommen, veranstalteten das US-Bundesamt für Landverwaltung und die Mustang Heritage Foundation eine Reihe von Wettkämpfen, wo die gezähmten Pferde Besitzer finden können. Seit dem Sommer sucht das Bundesamt nach Wegen, um das Problem der enormen Vermehrung der Wildpferde zu lösen - und schreckt dabei auch vor Einschläferungen nicht zurück.
Patti Colbert, die Leiterin der Mustang Heritage Foundation, hatte aufgrund der drastischen Behörden-Maßnahmen die Idee mit den Pferde-Trainingswettkämpfen. "Ich dachte mir, wenn du ein Haus oder eine Person oder einen Lkw verändern kannst, dann geht das auch mit diesen Mustangs", sagt Colbert.
Während Countrystar Johnny Cash aus den Lautsprechern dröhnt, führt Trainer Gary Main das Pferd "Victory" durch ein Disziplin- und Geschicklichkeits-Parcours. Hunderte von potenziellen Käufern schauen zu, wie "Victory" vor einem Zehn-Cent-Stück stehen bleibt, auf Kommando rückwärts geht und anschließend an der Bande der Arena entlang trabt. Das besondere dabei: Die Pferdeliebhaber bekommen an diesem Tag in Wyoming keine Tiere vom Züchter, sondern eingefangene und gezähmte Mustangs zu sehen.
Rund 29.500 Pferde und 3.500 Esel leben derzeit in zehn US-Staaten in freier Wildbahn. Zuviel für die Behörden, nach deren Meinung sie anderen Tieren den Lebensraum und die Weideplätze streitig machen. "Der Bestand der Wildpferde verdoppelt sich fast alle vier Jahre, was zu einer Übergrasung des Weidelands führt", sagte Sally Spencer, die für das landesweite Wildpferde- und Esel-Schutzprogramm zuständig ist. "Ohne Kontrolle würden sie sich selbst die Haare vom Kopf fressen".
Wegen steigender Futter- und Transportkosten fanden dem Bundesamt zufolge im Jahr 2007 nur noch 4.800 Wildpferde einen Besitzer, zwei Jahre zuvor waren es 5.700 gewesen. Deshalb rief die Mustang Heritage Foundation im vergangenen Jahr Wettkämpfe ins Leben und bot Tausende Dollar an Preisgeldern - mit dem Ergebnis, dass 850 Wildpferde ein neues Zuhause gefunden haben. Außerdem, so die Befürworter des Programms, widerlegen die Wettkämpfe das Vorurteil, dass Mustangs nicht gezähmt werden können. Bryan Mantle, der seit zehn Jahren Mustangs auf seiner Ranch ausbildet, ist das erste Training am wichtigsten. "Die Menschen kommen offenbar schneller mit ihnen (den Tieren) zurecht, und die Pferde finden ein neues Zuhause und kehren nicht als verkorkstes Haustier zurück", sagt Mantle.
Am Ende des Wettkampfs in Wyoming wurden alle 26 Wildpferde für eine Gesamtsumme in Höhe von 47.500 US-Dollar an künftige Besitzer versteigert. Rhonda Sedgwick Stearns, eine Farmerin aus Newcastle, bezahlte 4.300 US-Dollar für "Pistol", einen drei Jahre alten Wallach, der den sechsten Platz belegte. Sie habe ein gutes Geschäft gemacht, sagt sie, wenn man bedenke, wie viel Zeit und Geld die Ausbildung eines Pferdes koste. Pferdetrainer Main selbst nahm "Victory" mit nach Hause. Für den Siebtplatzierten zahlte er 1.500 Dollar. "Sein Herz und seine Bemühungen sind tausend Dollar wert", sagte Main.
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Quelle: dapd
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