04.09.2008, 12:54 Uhr | kaki
Gassi gehen mit dem Hund: Brustgeschirr oder Halsband? (Foto: imago)Wer kennt das nicht vom Spaziergang im Park: Waldi zieht wie verrückt an der Leine und stranguliert sich dabei fast selbst am Halsband. Doch das ist nicht die einzige Gefahr, denn auch die Augen des Hundes können Schaden nehmen. Amerikanische Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass starkes Ziehen am Halsband den Augendruck erhöhen kann. Die Wissenschaftler raten Hundebesitzern daher, die Tiere am Brustgeschirr statt am Halsband zu führen. Doch ist ein Geschirr generell immer die beste Lösung? Wir haben mit Expertinnen gesprochen.
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Die Studie führten Forscher der School of Veterinary Medicine an der University of Wisconsin-Madison durch. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ein erhöhter Augendruck für Hunde, die eine schwache Hornhaut haben oder zum grünen Star neigen besonders gefährlich ist. Das betrifft unter anderem die Rassen Boxer, Dalmatiner oder Labrador. Die Forscher maßen bei 26 Hunden den Augendruck der Tiere, die an Halsband oder Brustgeschirr zogen. Dabei kam heraus, dass der Augendruck deutlich anstieg, wenn der Hund mit dem Halsband stark zog.
Die Tierärztin und Verhaltenstherapeutin Dr. Renate Jones-Baade stimmt den Forschern zu, dass Hunde, die eine schwache Hornhaut haben, besser mit einem Brustgeschirr geführt werden sollten: "Ich kenne jedoch aus meiner Berufspraxis keinen einzigen Fall, wo der Leinendruck bei Hunden solche Probleme ausgelöst hätte. Mir sind eher Verletzungen im Halsbereich bekannt, die wegen zu hohen Leinendrucks vorkommen." Für jeden Hund sei es im Zusammenleben mit dem Menschen unerlässlich, dass er soweit erzogen ist, dass er gut "bei Fuß" läuft - also eine gute Leinenführigkeit hat. "Damit wäre das Problem gelöst", sagt Jones-Baade.
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Auch Perdita Lübbe, Inhaberin der Hunde-Akademie Griesheim, ist der Meinung, dass ein Halsband dem Hund generell nicht schadet. "Es kommt darauf an, ob das Halsband oder Geschirr dem Hund richtig angelegt werden." Wenn Hundebesitzer sich damit nicht auskennen, kann es zu Verletzungen kommen. Beispielsweise kann das falsch angelegte Geschirr dem Hund den Oberarm auskugeln, wenn er zu sehr nach vorne zieht und ein zu enges Halsband kann den Hals einschnüren, wie Lübbe erklärt.
"Wichtig ist, dass das Halsband einen so genannten Stopp hat, der verhindert, dass der Hals zugezogen wird", meint Lübbe." Tabu seien Stachel- und Würgehalsbänder. "Stachelhalsbänder sollten auf gar keinen Fall verwendet werden, da sie sich in den Hals einbohren und Schmerzen verursachen", sagt Jones-Baade. Dieses Halsband stammt noch aus alten Lehrmethoden-Zeiten. Besser sei es, wenn der Mensch die Sprache des Hundes lernt. Das betont auch Lübbe: "Menschen sollten lernen, mit dem Hund zu kommunizieren und Führungsqualität zeigen."
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