09.05.2008, 13:21 Uhr | stez
Spielzeug kann für Kater und Co. lebensgefährlich sein. (Foto: Imago)Wild springt Kater Homer an der Wand hoch, flitzt quer durch das Wohnzimmer und macht einen Salto. Homer jagt dem roten Punkt eines Laserpointers hinterher. Dieses Gerät wird häufig als Spielzeug für Katzen angeboten, nach Ansicht von Experten gehört es jedoch aus dem Leben der Tiere verbannt. Denn Laserpointer können bei Mensch und Tier schwere Schäden an den Augen verursachen. Ein Beispiel unter vielen: "Man muss sich schon oft wundern, was es im Handel gibt", sagt Heimtierexpertin Katrin Umlauf vom Tierschutzbund. Denn vieles, was an Tierbedarf angeboten wird, ist für unsere Haustiere gefährlich. Im schlimmsten Fall sogar tödlich.
Haustierzubehör Das schadet Ihrem Tier
Röhrenlaufsysteme aus Plastik für Hamster sind so ein Beispiel: Sie sollen den natürlichen Hamsterbau mit vielen Gängen nachahmen. Die meisten im Handel erhältlichen Systeme sind für die Hamster aber zu klein. In den engen Gängen zirkuliert zu wenig Luft, Feuchtigkeit kann nicht entweichen: Es siedeln sich Pilze und Bakterien an, die Tiere können Lungenbeschwerden und andere Krankheiten bekommen. "Diese Systeme sind mehr für den Menschen gedacht", so Umlauf. Es sieht vielleicht schön aus, wenn der Hamster in den durchsichtigen Gängen rumflitzt, doch für die Nager bietet sich darin keine Rückzugsmöglichkeit. Die aber brauchen Hamster, um sich wohl zu fühlen.
Problematisch sind auch die dekorativen Kugelaquarien, in denen zumeist Goldfische gehalten werden. "Die sind verbreitet und fürchterlich", sagt Umlauf. "Die Fische schwimmen immer im Kreis, und die Reflektion im Glas ist für das Tier irritierend." Auch hier mangelt es an Rückzugs- und Bewegungsmöglichkeiten, die Tiere werden unnötig gestresst. Weil die Kugeln so klein sind, lassen sich darin obendrein keine stabilen Wasserwerte herstellen, kritisiert der Tierschutzbund. Die Wasseroberfläche ist ebenfalls zu klein: Es kann nicht ausreichend Sauerstoff zirkulieren. Die Fische können krank werden und sterben.
Schlimm sind nach Ansicht der Tierschutzexpertin auch Erziehungshalsbänder für Hunde: "Das sind ganz furchtbare Geräte." Sie sollen die Tiere vom Bellen abhalten. Ausgelöst durch die Vibration der Stimme versetzt das Halsband dem Hund ein Luftstoß, einen Strahl Zitronensäure oder Wasser. Das Tier erschrickt und hört auf zu bellen. So wird aber die natürliche Kommunikation des Tieres unterdrückt. Der Hund traut sich nicht mehr, Angst, Stress und Frustration auszudrücken. Der Halter sollte sich lieber fragen, warum der Hund bellt und die Bedingungen für das Tier verbessern.
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