09.11.2007, 11:21 Uhr | bri
Sie sind ein besonders ekelhaftes Mitbringsel von Streifzügen unsere Haustiere - Zecken. Die Blutsauger sind nicht nur lästig, sie übertragen Krankheiten, an denen Hunde sogar sterben können. Besonders gefährlich: die Babesiose oder auch "Hundemalaria". "Sie wird von Auwald-Zecken übertragen, die sich von Südeuropa her inzwischen über ganz Deutschland ausgebreitet haben", erklärt Professor Eberhard Schein, Tiermediziner von der Freien Universität Berlin. Mit den richtigen Schutzmaßnahmen sind Ihre Tiere jedoch vor Zecken sicher. Wir sagen Ihnen, was Sie gegen die Blutsauger tun können.
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Tödlicher Zeckenstich
Die Auwald-Zecke kann so genannte Babesien in sich tragen. Das sind Einzeller, die in den Blutkreislauf des Hundes gelangen, sobald die Zecke ihn sticht. Malaria heißt die Krankheit, weil die Symptome der Malaria beim Menschen ähneln: "Die Parasiten zerstören die roten Blutkörperchen, es kommt zu Fieber und der Urin des Hundes färbt sich braun. Dann ist es höchste Zeit zum Tierarzt zu gehen", erklärt Schein. Unbehandelt sterben die Tiere etwa zehn Tage nach dem Zeckenstich.
Keine Mittel gegen die Krankheit
2006 erkrankten hierzulande 834 Hunde an der Babesiose, jeder zehnte Hund starb daran. In Deutschland gibt es keine Medikamente gegen die Hundemalaria zu kaufen. "Nur Kleintierkliniken haben die Mittel vorrätig und auch die Tierärzte können diese von dort bekommen. "Um jedoch keine Zeit zu verlieren bis das Mittel da ist, sollte man besser schnell zum Tierarzt", warnt Schein.
Antibiotika gegen Borreliose
Katzen sind kaum anfällig für Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden. "Borreliose bekommen sie so gut wie nie und auch Hunde sind in der Regel immun dagegen. Weniger als ein Prozent der Hunde erkranken", so Schein. Symptome sind Müdigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit. Außerdem treten oft Gelenkentzündungen auf, wodurch die Hunde lahmen. "Mit Antibiotika kann der Tierarzt die Krankheit aber gut behandeln", beruhigt der Tierarzt.
Zecken bekommen heiße Füße
Am besten ist jedoch, die Zecken gar nicht erst zum Stechen kommen zu lassen. Sehr wirksam sind Zecken-Halsbänder, die den Wirkstoff Pyrethroid enthalten. Das Mittel verteilt sich über den Körper des Hundes. "Der Stoff reizt die Nervenzellen an den Füßen der Zecke. Die Tiere spüren vermutlich Schmerzen an den Füßen und sie verhalten sich wie auf einer heißen Herdplatte. Das vertreibt sie. Vier bis sechs Monate hält der Schutz", erklärt Schein. Katzen vertragen kein Pyrethroid. Tierarzt Schein: "Für sie sind Tropfen besser, die Fipronil enthalten. Einfach einen Tropfen auf den Nacken der Katze, das soll die Zecken abtöten und der Schutz hält drei bis vier Wochen."
Regelmäßig auf Zeckensuche
Trotz der Anti-Zecken-Mittel können die Tiere immer noch Zecken anschleppen, sobald der Schutz nachlässt. Und die verbreiten sich dann unter Umständen in der Wohnung der Tierhalter und befällt dann diese. Mit schlimmen Folgen: Menschen sind in der Regel anfälliger für Zeckenkrankheiten. FSME zum Beispiel kann Tieren nichts anhaben, Menschen können daran sterben. Schein empfiehlt, die Tiere nach Spaziergängen abzusuchen und Zecken mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange gerade herauszuziehen.
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