21.02.2010, 12:03 Uhr | Kathrin Kirstein
Das Freigehege birgt für Kaninchen einige Gefahren. (Foto: imago)
Kaninchen Ronja hoppelt verängstigt in ihrem Freigehege herum und verkriecht sich schnell wieder in ihrem Holzhäuschen. Der Hund vom Nachbargrundstück ist dem Auslauf gefährlich nahe gekommen und hat sie angebellt. Ronja wird seit einiger Zeit im Freien gehalten. Das ist zwar artgerecht, birgt aber auch einige Gefahren. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen, damit sich Ihr Kaninchen rundum wohl fühlt an der frischen Luft.
Kaninchen-Gehege ausreichend absichern
Damit dem Kaninchen im Freien nichts passiert, müssen Tierfreunde einiges beachten. Steffen Beuys rät dazu, das Gehege von oben mit Maschendraht zu schließen. „Größere Vögel, Hunde oder Katzen können das Tier ansonsten jagen, erschrecken oder sogar töten", meint der Sprecher vom Deutschen Tierschutzbund.
Buddeln einschränken
Der Auslauf muss nicht nur einbruch-, sondern auch ausbruchsicher sein, denn Kaninchen buddeln sehr gern. In der Wohnung haben sie nicht die Möglichkeit dazu, daher ist ein Auslauf ideal für sie. Damit der Nager aber nicht ausbüchst, sollte rund um das Gehege ein zusätzliches Gitter mindestens 50 Zentimeter tief senkrecht in den Boden eingegraben werden.
Schlafhütte ist ein Muss
Wer seinen Hoppelhasen zum ersten Mal vom Wohnungsaufenthalt an das neue Zuhause im Freien gewöhnen will, sollte das am besten im Frühling oder Sommer machen. „Im Winter ist es zu kalt für die Umgewöhnung“, sagt Beuys. Der ideale Platz für das Gehege befindet sich an einem teils sonnigen und teils schattigen Ort. Wichtig ist auch, dass die Tiere eine Rückzugsmöglichkeit haben. Da sie Höhlenbewohner sind, brauchen sie eine wetterfeste und windgeschützte Schlafhütte in ihrem Auslauf.
Meerschweinchen und Kaninchen vertragen sich nicht
Das Gehege muss mindestens sechs Quadratmeter groß sein und Platz für bis zu drei Kaninchen bieten. „Die Tiere sind sehr gesellig und sollten nicht ohne Artgenossen gehalten werden“, meint der Fachmann vom Tierschutzbund. Gemeinsam mit anderen Nagetieren wird es problematisch. Meerschweinchen sind beispielsweise eher tagaktiv und auf Distanz, während Kaninchen nachtaktiv sind und den Körperkontakt suchen. Daher rät Beuys davon ab, diese Tierarten zusammen zu halten.
Täglich frisches Wasser und Grünfutter
Nicht nur auf die richtige Haltung, sondern auch auf die Fütterung müssen Tierfreunde achten. Die kleinen Nager brauchen täglich frisches Heu, das die Darmtätigkeit aktiviert. Aber auch Obst, Gemüse und Grünfutter sowie täglich frisches Wasser sind wichtig. Kaninchen neigen zu Übergewicht, daher sollten sie maßvoll gefüttert werden. Vor allem sollte man ihnen nicht zu viel stärkereiches Körnerfutter geben, wie der Bundesverband der praktizierenden Tierärzte rät.
Impfungen nicht vergessen
Bei Übergewicht können sich die Tiere nicht mehr richtig putzen und der After verschmutzt. Dann kann es gerade im Sommer passieren, dass sich dort Fliegenlarven niederlassen, was für Kaninchen tödlich enden kann. Regelmäßige Impfungen sind auch bei der Außenhaltung ein absolutes Muss. Steffen Beuys rät zur Vorsorge gegen Viruserkrankungen wie Chinaseuche, Myxomatose oder Kaninchenschnupfen.
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Kathrin Kirstein
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