04.05.2010, 14:29 Uhr | vdb
Hunde: So viel Zahnpflege braucht der Hund. (Foto: imago)
Sie denken, der Hund hat starke Riesenbeißer und braucht keine Zahnpflege? Weit gefehlt, denn rund 80 Prozent aller Hunde leiden unter Zahlproblemen wie Karies, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Im schlimmsten Fall sind Zahnausfall und Herzerkrankungen die Folge. Ob mit der Zahnbürste oder über die richtige Ernährung - wir erklären, worauf Sie achten sollten, damit ihr Vierbeiner bis ins hohe Alter kräftig zubeißen kann.
Mindestens einmal täglich sollten sich Hundehalter der Zahnpflege ihres Vierbeiners widmen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, sagt Tierärztin Felicitas Behr: "Entweder putzen Sie dem Hund nach der Mahlzeit die Zähne oder Sie reichen spezielle Kaustangen, die beim Verzehr zahnpflegende Enzyme freisetzen". Zudem gebe es spezielles, zahnfreundliches Hundefutter. Eine von beiden Möglichkeiten reicht aus. Wer seinem Hund die Zähne putzen will, muss schon im Welpenalter damit beginnen. Nur in dieser Lebensphase kann man das Tier an das Prozedere mit der Zahnbürste gewöhnen.
Viele Tierhalter nehmen an, Zahnpflege sei nur bei kleinwüchsigen Rassen wichtig, da bei ihnen die Zähne besonders eng zusammenstehen. Ein weitreichender Irrtum: "Zahnpflege ist für alle Hunderassen wichtig. Obwohl das in jedem Buch steht, kommt die Zahnpflege für viele Halter an letzter Stelle. Auf die richtige Zahnhygiene wird viel zu wenig geachtet. Wenn dann noch das falsche Futter gereicht wird, um so schlimmer", meint Behr.
Bei kleinwüchsigen und stumpfnasigen Rassen gibt es besondere Probleme mit dem Gebiss. Durch ihre angezüchtete Kurzköpfigkeit stehen bei vielen dieser Hunde die Zähne zu dicht aneinander. Jeder Hundehalter sollte nach dem Zahnwechsel mit seinem Hund zur Gebisskontrolle beim Tierarzt gehen. Bei Fehlstellungen im Kiefer hängt die Behandlung vom Einzelfall ab, jedoch gibt es Tierärzte, die speziell auf Zahnheilkunde geschult sind. Keine Angst, eine Zahnspange wird Bello nicht bekommen - im schlimmsten Fall muss ein Zahn gezogen werden. Dennoch: Schwere Fehlstellungen der Zähne sollten unbedingt behandelt werden, sonst droht eine chronische Zahnfleischentzündung.
Für die Zahnpflege von Hunden bietet die Tierzubehör-Industrie zahlreiche Produkte an. Bestimmte Kaustreifen und Trockenfutter verbessern den Plaque-Abrieb. Zudem gibt es Zahnbürsten und Pasten für den Hund. Vom Welpenalter daran gewöhnt, lassen die meisten Hunde das täglich Ritual friedlich über sich ergehen. Einen kleinen Anreiz gibt es außerdem: Die Zahnpasta für den Hund schmeckt nach Hühnchen oder Rind.
vdb
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