24.03.2009, 13:58 Uhr | bri/AP
Ein Nacktmull: Unter Tage braucht man kein Fell. (Foto: AP)Nacktmulle krabbeln durch die Erde, ein Riesengraumull knabbert Karotten und Hamster mummeln sich in ihrer Höhle ein - im Zoo Osnabrück kann bald jeder beobachten, wie Tiere unter Tage fressen, leben und lieben. Am 26. März wird dort ein deutschlandweit einmaliges Gehege eröffnet und zwar ein Zoo unter Tage.
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Das neue Gehege zeigt, was unter unseren Füßen kreucht und fleucht. Der Nacktmull zum Beispiel. Einen Schönheitspreis wird der aus Afrika stammende Nager nie gewinnen, aber fürs Buddeln unter der Erde ist er hervorragend angepasst: Mit zwei riesigen Nagezähnen wühlt er sich durch die Erde und Fell braucht er nicht, weil sich da nur Parasiten sammeln. Die nur zeigefingergroßen Nager leben unterirdisch in Stämmen und organisieren sich ähnlich wie Bienen. Manche halten den Bau in Schuss, andere bewachen ihn, wieder andere sorgen mit der Königin für Nachwuchs. Nacktmulle können mehr als 20 Jahre alt werden und gelten als schmerzunempfindlich, weshalb sich Forscher sehr für die nackten Wühler interessieren.
Gleich gegenüber lässt sich ein Riesengraumull von einem Jungtier Karottenstücken herbeischaffen. Dieser Nager ist ebenfalls in Afrika heimisch und bringt es auf rund 20 Zentimeter Körperlänge. Auch er lebt unter Tage in Höhlensystemen, hat aber ein Fell.
Ein Hamster in der Höhle im Zoo Osnabrück. (Foto: AP)
Ein paar Meter weiter krabbelt ein Feldhamster in seiner Höhle, die er allein bewohnen darf, weil die Art als einzelgängerisch bekannt ist. In einem gläsernen Gehege fressen Ratten in einem mittelalterlichen Abwasserkanal den der Gestalter Detlev Gehrs mitsamt Kellerruine nach dem Vorbild einer Osnabrücker Ausgrabungsstätte schuf.
"Insgesamt haben wir hier rund zehn Arten - einheimische und exotische", erklärt der Zoo-Revierleiter Oliver Schüler. Dazu gehören auch Erdhummeln, Feldmäuse und Präriehunde. Wenn er die Menagerie in den 500 Quadratmetern Zoo unter dem Zoo zusammenzählt, kommt er auf etwa 70 Tiere plus vier Kilogramm Regenwürmer, die vor den Augen der Besucher ihre Gänge durch dunkle, feuchte Erde ziehen. Einen Naturboden wie auch Jahreszeiten kann der Zoo nur begrenzt nachahmen: Glück für die Besucher, denn es gibt keinen ausgiebigen Winterschlaf.
Hierzulande sind Maulwürfe die bekanntesten Tiere, die unter Tage graben. Im neuen Gehege sind die tierischen Schaufelbagger bei der Eröffnung noch nicht da. "Die Tiere sind sehr empfindlich, hier soll sich erstmal die Aufregung gelegt haben, bevor wir sie ansiedeln, sagt Schüler. Zur Beruhigung schon anwesender Schützlinge reichte mediale Unterstützung. "Während der Bauzeit habe ich den sensiblen Nacktmullen immer das Radio angedreht", erzählt der Zoo-Revierleiter.
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bri/AP
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